Prüfplanung
Um was geht es?
Ein Prüfplan ist eine Vorschrift in der beschrieben wird was unter welchen Bedingungen wie geprüft werden muss und versteht sich als zentraler Prozess eines CAQ-Systems. Umso wichtiger ist es die tägliche Arbeit im Umgang mit der Prüfplanung so einfach und effizient wie möglich zu halten. Dabei sollten Sie die Funktionen des CAQ-Systems unterstützen. Auf was Sie dabei achten sollten erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Zunächst soll auf die manchmal etwas verwirrende Terminologie eingegangen werden. Bei Präsentationen der CAQ-Anbieter wird oft von Prüfplänen, Prüfaufträgen oder Prüfanweisungen gesprochen. Grundsätzlich sind mit Prüfplänen zunächst die Informationen gemeint, die den Ablauf der Prüfung, sei es im Wareneingang, Warenausgang oder in der Fertigungsprüfung fetlegen.
Dort wird festgehalten was wie oft zu welchem Zeitpunkt wie zu prüfen ist. Auch Informationen über die sog. Dynamisierung also die Prüfschärfe ist dort hinterlegt. Verstehen Sie den Prüfplan der CAQ-Systeme einfach als Grundlage der Prüfung. Was bei der tatsächlichen Prüfung systemtechnisch erzeugt wird ist dann meistens ein Prüfauftrag. Dieser vereint die Informationen des Prüfplans und der Stammdaten und generiert einen eindeutigen, dem jeweiligen Auftrag zugeordneten Auftrag zur Prüfung.
Wenn wir also den Prüfauftrag z.B. temporär für einen Fertigungsauftrag eines Artikels verstehen, ergibt sich eine Besonderheit die Sie beachten sollten. Wenn Sie in Ihrer Fertigung bspw. Merkmale eines Prüfauftrages dynamisch steuern möchten oder gezwungen sind Parameter in der laufenden Fertigung zu ändern und zu überwachen, etwa weil Sie an einer Baugruppe am Ende der Herstellungsprozesses eine Funktionsprüfung machen sollten Sie darauf achten dass diese Prüfplanänderungen zum Zeitpunkt der Rückmeldung, also z.B. bei der Stichprobenprüfung, im Prüfauftrag auch zur Verfügung stehen, ohne dass Sie den laufenden Prüfauftrag beenden und mit den neuen Informationen aus dem Prüfplan manuell neu generieren müssen.
Hier gibt es große Unterschiede bei den CAQ-Systemen. Bei manchen Systemen werden die Prüfaufträge aus den Informationen des Prüfplans z.B. zum Start des Fertigungsauftrages bei einer Kopplung mit dem ERP System automatisch erzeugt und stehen statisch bis zum Abschluss des Auftrages zur Verfügung. Sie melden die geforderten Werte der Merkmale lediglich zurück. Andere Systeme erzeugen quasi bei jedem Aufruf des Prüfauftrages durch den Werker einen neuen Prüfauftrag mit aktuellen Informationen aus dem jeweiligen Prüfplan. So stehen Änderungen am aktuellen Prüfplan auch zeitgleich zur jeweiligen Prüfung im Feld zur Verfügung ohne das umständliche Abschließen und manuellem neu Generieren von Prüfaufträgen.
Wie gesagt ist die Prüfplanung ein zentrales Thema der CAQ-Software. Diese sollte deshalb auch so einfach wie möglich durchzuführen sein. Gerade in der Prüfplanung unterscheiden sich die CAQ-Systeme aber deutlich. Z.B. müssen Sie bei manchen Systemen während der Prüfplanung die Reihenfolge der Merkmale bereits bei der Planung festlegen und können diese nicht mehr verschieben oder einfach ändern. Das bedeutet Sie legen die Prüfschritte z.B. entsprechend der Arbeitsgänge fest und ordnen darunter die jeweiligen Merkmale zu.
Dabei werden die Merkmale manuell nummeriert. Ein nachträgliches Einfügen von Merkmalen ist nur noch dann möglich, wenn Sie bei der Nummerierung der Merkmale auch entsprechenden Platz gelassen haben. Also das erste Merkmal z.B. die Nummer 10 und das zweite Merkmal die Nummer 20 bekommen hat. In diesem Falle können Sie also 9 weitere Merkmale dazwischen definieren. Eine nachträgliche Änderung der Merkmalsnummern ist meistens nicht möglich.
Manche CAQ-Systeme unterstützen sie bei der Anlage der Merkmale z.B. durch eine Baumstruktur ähnlich dem Windows-Explorer und erlauben auch das verschieben und einfügen von Merkmalen per Drag `n Drop, was vor dem Hintergrund einer leichten und effizienten Prüfplanung nicht uninteressant ist.
Oftmals besteht auch die Möglichkeit Merkmale aus anderen Prüfplänen in den aktuellen zu planenden Prüfplan zu übernehmen. Dabei können die Merkmale entweder Kopiert oder aber auch referenziert werden. Dies macht dann Sinn, wenn Sie für Ihre Prüfplanung Prüfplanvorlagen definieren aus denen Sie dann die Informationen in aktuelle Prüfpläne übernehmen.
Eine Besonderheit bei der Prüfplanung ist die Möglichkeit Spezifikationen von Merkmalen z.B. in Abhängigkeit des Kunden, Artikel oder Lieferant zu bringen. Dies ist oft bei einer Variantenfertigung wichtig. Hier gibt es Systeme die Sie bei dieser Vorgehensweise dahingehend unterstützen können, dass die Informationen der Merkmale und die jeweiligen Spezifikationen getrennt verwaltet werden.
Oftmals ist hier von einer Spezifikationsliste die Rede. Dabei werden die Spezifikationen der Merkmale z.B. pro Kunde oder Lieferant verwaltet. Der Prüfplan enthält dabei lediglich die Informationen welches Merkmal zu welchem Zeitpunkt wie oft geprüft werden muss. Bei der Prüfauftragsgenerierung werden nun die Informationen des Prüfplans und der Spezifikationsliste zusammengeführt. Gerade für Variantenfertiger ist diese Vorgehensweise sehr effizient und entlastet Sie bei der Prüfplanung entscheidend.
Ein weiterer wichtiger Punk t ist die Versionierung von Prüfplänen. Sie sollten darauf achten, dass Sie mehrere Versionen von Prüfplänen verwalten können. Eine neue Version ergibt sich z.B. bei einer größeren Änderung eines Prüfplans etwa durch das Hinzufügen oder Entfernen von Merkmalen oder Änderungen von Merkmalsspezifikationen. Die Vergabe einer neuen Versionsnummer sollte aber durch den Prüfplaner und nicht zwingend automatisch erfolgen. Auch die Kommentierung einer Änderung des Prüfplanes sollte möglich sein, denn diese Information ist z.B. für den Teilelebenslauf wichtig. Achten Sie darauf.
Eine weitere Besonderheit ist das Zusammenspiel zwischen der Prüfplanung im Erstmusterbereich und der Fertigungsprüfung. Leider sind diese Module bei vielen CAQ-Systemen derart getrennt, dass eine Übernahme von Merkmalen aus dem Erstmusterprüfplan in den Fertigungsprüfplan nicht so einfach möglich ist. Manche Systeme bieten hier die Möglichkeit die Merkmale einfach zu kopieren, andere Systeme bieten hier die Möglichkeit die Erstmustermerkmale für die Fertigungsprüfung durch Markieren zu übernehmen. Vor dem Hintergrund dass Sie bei der Erstmusterprüfung nahezu alle Merkmale im Erstmusterprüfplan definieren, ist die Übernahme der bereits festgelegten und geplanten Merkmale in den Fertigungsprüfplan sicherlich nicht uninteressant. Lassen Sie sich dafür die Lösungen der CAQ-Anbieter zeigen.
Bei der Beurteilung welche Lösung und Vorgehensweise für Ihre CAQ-gestützte Prüfplanung die richtige ist, sollten Sie genau definieren welche Besonderheiten bei Ihren Prüfungen vorkommen. Halten Sie fest wie viele Prüfpläne Sie derzeit haben und eruieren Sie die Möglichkeit diese z.B. in Prüfplanfamilien zusammenzufassen. Prüfen Sie auch die Möglichkeit CAD-Zeichnungsdaten zu importieren. Da die Prüfplanung ein zentrales Thema des CAQ-Systems darstellt sollten Sie sich in diesem Punkt die CAQ-Systeme genau betrachten und Ihre unternehmenspezifische Besonderheiten bei Präsentationen der CAQ-Anbieter ansprechen.
Darauf sollten Sie achten:
Können Merkmale aus bereits bestehenden Prüfplänen kopiert werden?
Ist das nachträgliche Einfügen und Verschieben von Merkmalen möglich?
Können z.B. Erstmustermerkmale in den Fertigungsprüfplan übernommen werden?
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