Prüfmittelmanagement

Zeige CAQ-Anbieter für Prüfmittelmanagement »

  Um was geht es?

Durch die Prüfmittelverwaltung (kurz PMV) soll sichergestellt werden, dass eingesetzte Prüfmittel bzw. Messmittel dazu in der Lage sind, innerhalb der geforderten Messgenauigkeit ein Ergebnis zu liefern. Nur dann sind diese Prüfmittel nach der ISO 9000 verwertbar. Die Prüfmittelfähigkeit wird durch standardisierte Verfahren im Rahmen der Qualitätssicherung festgestellt. Für Messmittel gibt es die spezielle Messmittelüberwachung.

Zur Prüfmittelverwaltung gehören auch die Terminüberwachung für Prüfmittel (z. B. Eichterminüberwachung), die Prüfmittelaus- und -freigabe, sowie die Überwachung der Prüfmittelkosten. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Prüfmittel verwendet wird, dessen Prüfmittelfähigkeit nicht gegeben ist.

Als Messsystemanalyse bzw. Messmittel-Fähigkeitsananlyse oder Prüfmittel-Fähigkeitsananlyse, kurz MSA (Englisch: Measurement System Analysis), bezeichnet man die Analyse der Prozessfähigkeit von Messmitteln und kompletten Messsystemen.

Gemeinhin unterscheidet man fünf verschiedene Kategorien von Messabweichungen: Genauigkeit, Wiederholpräzision, Vergleichspräzision, Linearität und Stabilität.

Kein anderes Modul einer CAQ-Software ist im Bezug auf die Messwerterfassung so wichtig wie das Prüfmittelmanagement. Hier treten Sie nämlich den Beweis an, dass die gemessenen Werte z.B. in der Fertigungsprüfung auch den tatsächlichen Größen entsprechen. Hierzu werden die Prüfmittel in festgelegten Zyklen einer Kalibrierung unterzogen die, wenn es richtig durchgeführt wird, eine lückenlose Rückführbarkeit auf den „Urmeter“ sicherstellt.

Es gibt unzählige Softwareversionen für das Prüfmittelmanagement am Markt. Doch auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern. 

Da wir auch beim Prüfmittelmanagement auf die Vorteile einer integrierten Lösung zu einem CAQ-System nicht verzichten möchten, sagen wir Ihnen hier auf was Sie achten sollten.

Zunächst ist es wichtig, dass die Prüf- und Messmittel auf Ihre Fälligkeiten hin überwacht werden. Dazu werden den Prüfmitteln sogenannte Überwachungs-  bzw. Kalibrierungszyklen hinterlegt. Doch bevor ein Prüfmittel überwacht wird, muss es bei Neuanschaffung erst einmal einer Eignungsprüfung unterzogen werden. 

Auf welchen Kriterien bei einer Eignungsprüfung oder Kalibrierung zu achten sind, gibt der Prüfplan für das jeweilige Prüf- bzw. Messmittel vor. Achten Sie darauf, dass die Software Ihnen bereits einige Normenprüfpläne bietet, sodass Sie diese nicht erst erstellen müssen.

Viele Anbieter bieten die gängigsten Normenprüfpläne für z.B. Messschieber oder Bügelmessschrauben etc. bereits in ihrer Standardversion mit an, andere erheben für die einzelnen Normenprüfpläne Lizenzgebühren. Achten Sie auf die Bandbreite der angebotenen Normenprüfpläne und sprechen Sie die Anbieter auf Ihre verwendeten Prüfmittel und die daraus benötigten Nornemprüfpläne an. Am wichtigsten ist allerdings, dass Sie die Möglichkeit haben ganz einfach und flexibel eigene Prüfpläne erstellen und auch kopieren zu können, so können Sie immer auf Ihre Bedürfnisse reagieren.

Da die Prüf- und Messmittel einem Überwachungs- bzw. Kalibrierungszyklus unterliegen, sollten diese Fälligkeiten von der Software automatisch überwacht werden. Verzichten Sie auf Lösungen, die Sie zu einer Holschuld zwingen. D.h. Sie müssen in diesem Fall selber nachschauen, ob Prüfmittel fällig zur Kalibrierung sind. Besser ist eine Lösung, die Ihnen z.B. bei Programmstart automatisch mitteilt, dass Prüfmittel zur Kalibrierung fällig sind. Schön wäre auch eine Funktion die es Ihnen ermöglicht einen sog. Vorlauf zu definieren. Dabei können Sie festlegen, wie viel Tage im Vorfeld ein automatischer Hinweis erfolgt. So haben Sie immer genügend Zeit die entsprechenden Prüf- und Messmittel bei Ihren Kollegen einzufordern.

Genau an dieser Stelle sollten Sie auch auf eine Integration in das übrige CAQ-System achten. So gibt es Anbieter, die die Fälligkeit der einzelnen Prüfmittel z.B. in der Fertigungsprüfung dem Werker vor dem Start einer Messwerterfassung mit Hilfe eines Dialogs auf die bevorstehende Fälligkeit des Prüf-/Messmittels hinweist, oder Information über die Überschreitung des Kalibrierungstermins gibt.

Wichtig hierbei ist, dass diese Funktion nur dann durchführbar ist, wenn das jeweilige Prüf-/Messmittel auch klar zu identifizieren ist.

Es gibt Systeme, die die Kalibrierzyklen in Abhängigkeit der Nutzung des Prüf-/Messmittels verwalten können. Zum Beispiel kann ein Messschieber der in einer verschmutzen Umgebung zum Einsatz kommt kürzeren Überwachungszyklen unterliegen wie ein Messschieber der in einem QS-Labor zur Messung herangezogen wird. Natürlich können diese beiden Messmittel separat angelegt und mit unterschiedlichen Zyklen belegt werden. Besser wäre aber die Möglichkeit sog. Nutzungsrade zum Messmittel zu hinterlegen, die die Intervalle der Kalibrierung oder Wartung je nach Einsatzhärte steuern. Es gibt Anbieter die diese Funktion bieten.

Wenn Sie Prüf-/Messmittel nicht in Ihrem eigenen Hause sondern durch ein externes Kalibrierlabor kalibrieren lassen, sollten Sie auf die Möglichkeit achten, die vom Kalibrierlabor erstellen Kalibrierscheine problemlos in der Prüfmittelsoftware zu hinterlegen. So gibt es z.B. Systeme, die nicht den Kalibrierschein als Dokument verknüpfen, sondern auch die einzelnen Messwerte importieren können. Somit haben Sie alle Daten zur Hand, als ob Sie die Kalibrierung selber durchgeführt hätten. Der Vorteil daraus kann z.B. eine Auswertung der Messwerthistorie sein, die Ihnen Aufschluss über die Entwicklung des Messmittels geben kann. So können Sie jederzeit sehen, ob sich einen weitere Kalibrierung des Messmittels lohnen würde oder die Anschaffung eines neuen Messmittels wirtschaftlicher ist.

Achten Sie aber auch auf die Möglichkeit eigene Kalibrierscheine, für Prüf-/Messmittel die in Ihrem eigenen Hause kalibriert werden erstellen zu können.

Neben der Fälligkeit sollte die Software auch Informationen zur Fähigkeitsuntersuchung zur Verfügung stellen und auch überwachen. So ist z.B. sichergestellt, dass kein Prüfmittel zum Einsatz kommt, das keinen Nachweis zur Fähigkeit besitzt.

Gerade bei der Fähigkeitsuntersuchung gibt es große Unterschiede zwischen den CAQ-Anbietern. 

Die Beurteilung der Qualität eines Fertigungsprozesses basiert auf den Messergebnissen. Messfehler, die auf das Messmittel oder Messverfahren zurückzuführen sind, werden in den meisten Fällen nicht ausgewertet und fließen in die Beurteilung des Fertigungsprozesses mit ein. Die Ergebnisse der Auswertungen können dabei abhängig von der Unsicherheit des Messmittels oder des Messverfahrens, sowie die auf die Messung wirkenden Störgrößen wie z.B. unterschiedliche Messergebnisse zwischen den Werkern beim gleichen Merkmal oder auch Umgebungsbedingungen stark beeinflusst werden. 

Um diese Einflüsse zu identifizieren wird nach verschiedenen Verfahren das Streuverhalten, dass bei jedem Messmittel oder Messverfahren vorhanden ist, am Einsatzort mit z.B. einem Normal dessen Istmaße bekannt ist ermittelt. Solch eine Untersuchung enthält die Kenngrößen der Genauigkeit und der Wiederholpräzision. 

Welche Verfahren für Sie wichtig sind, sollten Sie schon im Vorfeld definieren und die Anbieter darauf hin ansprechen. Erfahrungsgemäß bietet nicht jeder CAQ-Anbieter immer alle Verfahren an. Achten Sie dabei unbedingt auf die jeweils gültigen Verfahren der entsprechenden Norm und untersuchen Sie ob die neusten Verfahren bereits in der Software zur Verfügung stehen. 

Selbst wenn Verfahren geändert werden sollen oder neu hinzukommen, welche zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verbindlich sind, sollten Sie darauf achten, dass diese bereits umgesetzt sind. Das spricht für die Aktualität und einer vorausschauenden Entwicklung des CAQ-Anbieter. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, darauf zu achten, dass die Änderungen oder Neuerungen mit einem Update der Software zur Verfügung stehen und nicht separat lizenziert werden müssen. Sprechen Sie die Anbieter darauf hin an.

Da viele Unternehmen in aller Regel bereits in irgendeiner Form eine Prüf-/Messmittelliste z.B. als Excel-Datei im Hause haben, kann es je nach Umfang sinnvoll sein, eine Möglichkeit zum Import der Prüf-/Messmittel in die neue Prüfmittelsoftware zu haben. Dabei können in aller Regel zumindest die Stammdaten der Prüfmittel importiert werden. Seien Sie sich aber dennoch bewusst, dass Sie auf jeden Fall Informationen zu den Prüf-/Messmitteln in der Prüfmittelsoftware nachpflegen müssen. Sie sollten diese Möglichkeit jedoch in Betracht ziehen und die Anbieter darauf hin ansprechen. Einige Anbieter bieten einen Import an oder sagen zumindest eine kostenfreie bzw. kostengünstige Übernahme der Prüfmittelstammdaten zu.

Achten Sie für die Anlage der Prüf-/Messmittel auf die Möglichkeit, diese in Gruppen zu definieren. Manche Systeme bieten dazu auch die Möglichkeit Gruppen in verschiedenen Hierarchieebenen zu definieren.

So können Sie Ihren Prüf-/Messmittelbestand jederzeit übersichtlich nach gewissen Kriterien wie z.B. alle fälligen Prüfmittel, alle Prüfmittel in der Fertigung oder alle Messschieber etc. darstellen.

Auch das Bearbeiten mehrerer Prüfmittel auf einmal hat einen gewissen Reiz. Wenn Sie z.B. mehrere Prüf-/Messmittel auf einmal zur Kalibrierung in ein Kalibrierlabor geben möchten, sollten Sie auf diese Möglichkeit achten. So markieren Sie die entsprechenden Prüf-/Messmittel und vergeben z.B. mit einem Klick einen neuen Standort „Kalibrierlabor“ und müssen diese nicht einzeln Bearbeiten, was Ihnen erheblich Zeit sparen kann. Ebenso verhält siech dies auch bei der Rücknahme in Ihren aktiven Bestand und der Vergabe von Satis zu den jeweiligen Prüf-/Messmitteln.

Abschließend möchten wir uns dem Punkt der Auswertung bzw. Statistik zuwenden.

Achten Sie auf die Möglichkeit die archivierten Daten zu den Prüf-/Messmitteln statistisch auswerten zu können. So sollten Analysen bzgl. der Anzahl der vorhandenen Prüfmittel, der Verwendungshäufigkeit und Ausfallzahlen sowie der Kosten möglich sein.

Mit diesen Analysen lässt sich der Einsatz der Prüf-/Messmittel sowie der gesamte Bereich des Qualitätsmanagements optimieren. So können Sie nämlich die wirtschaftlich günstigen Prüf-/Messmittel bzw. die entsprechend der Stabilität der Prüf-/Messmittel notwendigen Überwachungsintervalle ermitteln. Die Zuverlässigkeit und Qualität der Prüf-/Messmittel drückt sich in der Standzeit, ver Ausfallhäufigkeit sowie in den für die Prüf-/Messmittel veranschlagten Kosten aus. Bei den Kosten fallen neben den Beschaffungskosten vor allem die Kosten für Wartung, Reparatur und Instandhaltung und die damit verbundenen Kosten für Kalibrierungen ins Gewicht.

 

 

Darauf sollten Sie achten:

Werden Normenprüfpläne mitgeliefert?

Können eigene Prüfpläne erstellt werden?

Werden alle wichtigen Verfahren zur Fähigkeitsuntersuchung unterstützt?

Werden Fälligkeitstermine auomatisch überwacht und angezeigt?

Fragen?
Gerne helfen wir weiter »