Erstmusterprüfberichte (EMPB)

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  Um was geht es?

Das Produktionsteil-Abnahmeverfahren (englisch: Production Part Approval Process (PPAP)) ist ein Verfahren, bei dem Serienteile bemustert werden. Diese Vorgehensweise stammt aus der Automobilindustrie und wird dort seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

Dabei geht es vor allem um die Qualität der gelieferten Teile, das bedeutet, dass die Teile aus den Serienwerkzeugen bzw. Serienprozessen den Zeichnungen entsprechen müssen.

Neben den zur Überprüfung gelieferten Teilen stellt der so genannte Erstmusterprüfbericht (EMPB) (englisch: part submission warrant (PSW)) ein zentrales Element für den Bemusterungsprozess dar. In ihm sind alle wichtigen Informationen zu Anforderungen und Tests zusammengefasst und dokumentiert.

Das genaue Vorgehen zum Beispiel bei der Bestellung der Teile und auch der Lieferung unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen durchaus sehr stark. Gleiches gilt auch für den Zeitpunkt der Bemusterung. So werden sicherheitskritische Teile schon lange vor Serienanlauf bemustert während andere Teile erst unmittelbar vor Produktionsstart zur Bemusterung gelangen.

Während der Erstbemusterung wird ein neues Produkt unter Serienbedingungen hergestellt und die Maßhaltigkeit überprüft. Diese Daten werden dann in einem Erstmusterprüfbericht entsprechend einer bestimmten Norm oder Kundenanforderung dokumentiert. Doch um alle Qualitätsanforderungen unter Serienbedingungen zu prüfen, sind mehrere Prüfdurchläufe nebst einer umfangreichen Datenerhebung und -aufbereitung notwendig.

Bevor ein neues Produkt vom Kunden für die Serienproduktion freigegeben wird,muss es vom Lieferanten einer Erstmusterprüfung unterzogen werden. Wenn Ihr Kunde nun Erstmusterprüfberichte von Ihnen verlangt, haben Sie mehrere Möglichkeiten, diese zu erstellen. Entweder Sie erstellen sie von Hand mit Hilfe von gängigen Textverarbeitungsprogrammen oder Sie bedienen sich professioneller Software.

Doch auf welche Funktionen muss man bei der Erstmusterprüfung und den Erstmusterprüfberichten achten? Gibt es da wirklich Unterschiede zwischen den CAQ-Anbietern? So viel vorweg: Ja, die gibt es, und sie können für einen effizienten Ablauf in der Erstbemusterung sowie im Zusammenspiel der einzelnen CAQ-Komponenten erheblich sein.

Achten Sie darauf, dass das Erstmustermodul auf eine gemeinsame Datenbasis des CAQ-Systems zugreift und nicht eine Insel innerhalb des Gesamtsystems darstellt. Nützlich sind auch Integrationen zum Prüfmittelmanagement und der Prüfplanung. So wird beispielsweise sichergestellt, dass die bei der Erstbemusterung verwendeten Prüfmittel auch kalibriert und fähig sind.

Die Übernahme von Erstmuster-Merkmalen in andere Prüfpläne, etwa für die Fertigung, ist dabei auch eine erhebliche Arbeitserleichterung. Die Vorgehensweise bei der Erstbemusterung hängt in hohem Maß von der Philosophie des jeweiligen Anbieters ab. Bei der Erstellung eines Erstmusterprüfberichts können verschiedene Wege eingeschlagen werden.

Wenn Sie von Ihrem Kunden die Artikel- Zeichnungen in einem CAD-Austauschformat vorliegen haben, können Sie diese Dateien mit manchen Systemen direkt einlesen und die entsprechenden Merkmale samt Sollmaßen automatisch generieren lassen.

Gängige CAD-Daten-Formate sind DXF- bzw. IGES-Dateien. Aber auch innerhalb dieser Austauschformate gibt es verschiedene Versionen, die unter Umständen ein Einlesen erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen. Sollten Sie Wert auf einen CAD-Datenimport legen, so empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Lassen Sie verschiedene CADDaten-Versionen, die Sie in ihrem Unternehmen verwenden, während der Präsentation einlesen. Geben Sie sich nicht mit den CAD-Demo-Daten des Anbieters zufrieden!

Überlegen Sie auch, ob Ihnen das Stempeln von Zeichnungen und das anschließende Ausdrucken bzw. Plotten wichtig sind. Lassen Sie sich die Lösung dafür zeigen, denn auch hier gibt es große Unterschiede.

Ein weiteres Thema im Zusammenhang von CAD-Datenimporten ist die Vorgehensweise bei Zeichnungsänderungen. Zwei Extreme möchten wir hier nennen. Zum einen gibt es Systeme, bei denen Sie im Falle einer Zeichnungsänderung alle Merkmale für die Erstbemusterung neu aus den Zeichnungen erzeugen müssen. Andere Systeme können die Unterschiede der Zeichnungen erkennen und bieten Ihnen dadurch die Möglichkeit, nur die neuen bzw. geänderten Merkmale anzupassen. Sprechen Sie diese Thematik bei einer Präsentation unbedingt an, und lassen Sie sich die Lösung zeigen.

Manche Anbieter verwenden für den CAD-Datenimport Software von Drittanbietern, welche in das CAQ-System eingebunden ist.Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie feststellen, dass der CAD-Datenimport bei manchen Anbietern das gleiche Aussehen hat und auf die gleiche Weise funktioniert. In diesen Fällen sollten Sie aber besonders sensibel auf Preisunterschiede reagieren.

Eine weitere Vorgehensweise ist das Erzeugen von Erstmusterprüfberichten aus den Messprotokollen von Messmaschinen. Der Vorteil bei dieser Lösung kann darin liegen, dass Sie die Soll- und gleichzeitig die Ist-Werte aus dem Messmaschinenprotokoll importieren können.

Wenn Sie ihre Erstmuster mit einer Messmaschine vermessen, müssen Sie ja ohnehin einen Messablauf definieren. So können Sie sich möglicherweise die Anlage von Merkmalen im Erstmuster-Modul der CAQ-Software sparen.Achten Sie hierbei unbedingt auf die Flexibilität bei der Definition von Messmaschinen.

Einige Systeme bieten hierfür einfache Möglichkeiten wie die Integrationsdefinition über ANSI-Dateien,welche leicht von Ihnen als Anwender administriert werden können. Eine Anpassung oder Zusatzprogrammierung ist in solchen Fällen selten notwendig.

Sprechen Sie dieses Thema bei einer Präsentation an, und lassen Sie sich die Neuanlage einer Messmaschinen-Integration am Beispiel zeigen oder beschreiben.

Achten Sie dabei auch auf die Dokumentationen und Erklärungen im Handbuch oder der Online-Hilfe des CAQ-Systems.

Wenn Sie für die Erstbemusterung Merkmale angelegt oder auch importiert haben, wäre es natürlich nützlich, für weitere Prüfungen wie SPC- bzw. Fertigungsprüfung oder in FMEAs einzelne Merkmale aus der Erstbemusterung wieder zu verwenden.

Es gibt Systeme, die dies nicht ermöglichen. Bei diesen Systemen müssen Sie die Merkmale für die Prüfplanung neu anlegen und definieren. Wägen Sie hierfür Ihre individuellen Vorstellungen ab, und sprechen Sie die Anbieter darauf hin an.

Nachdem Sie die Erstbemusterung durchgeführt haben, erwartet Ihr Kunde einen Erstmusterprüfbericht, dessen Inhalt und Form von ihm bzw. der jeweiligen Norm vorgegeben ist.Hierbei unterscheidet man zunächst zwischen dem Production Part Approval Process (PPAP) nach QS-9000 bzw. dem Produktionsprozess-und Produktfreigabeverfahren (PPF) nach VDA 2.

Wenn die Berichte durch eine MSOffice– Integration mit Word oder Excel erzeugt werden, haben Sie die flexibelste Lösung. Denn so können Sie die Erstmusterprüfberichte jederzeit an den jeweiligen Stand der Norm oder die Anforderungen des Kunden anpassen oder kundespezifische Formblätter einfach ausfüllen lassen. Sprechen Sie in jedem Fall die Pflege von Formblättern an. Klären Sie, ob diese im Rahmen von Updates zur Verfügung stehen oder als Anpassung gesondert berechnet werden, und halten Sie dies auch schriftlich fest.

Grundsätzlich können bei einer bestehenden Integration innerhalb des CAQSystems weitere Funktionen zur Verfügung stehen, die über die eigentliche Erstbemusterung hinausgehen. So gibt es CAQ-Systeme,die die Möglichkeit bieten, Lieferantenfreigaben zum Erstmusterprüfbericht zu verwalten. Dabei werden Informationen zu den einzelnen Versionen sowie zu Sonderfreigaben mit allen entsprechenden Dokumenten verwaltet. Ohne eine entsprechende Freigabe ist etwa ein Serienstart nicht möglich und erzeugt eine Meldung im System.

Genauso können Termine aktiv überwacht und durch hinterlegte Workflows die einzelnen Prozessschritte und Verantwortlichkeiten gesteuert werden.Auch der Austausch von Erstmusterprüfbericht- Daten über ein eigenes Datenformat zum Lieferanten oder über Internet-Portale rundet das Portfolio einzelner Anbieter ab.

Welche funktionelle Tiefe Sie im Bereich der Erstbemusterung benötigen, hängt maßgeblich von den Forderungen Ihrer Kunden und Ihrer CAQ-Strategie ab. Sie müssen nicht alle Funktionen von Beginn an zur Verfügung haben und verwenden.

Definieren Sie in Absprache mit den Fachabteilungen und Ihren Kunden die Anforderungen an Ihr Erstbemusterungs-Modul und achten Sie auf eine modulare Erweiterungsmöglichkeit. Dann kann auch dieses Modul mit Ihren individuellen Anforderungen wachsen.

 

Darauf sollten Sie achten:

Wie gelangen die Daten aus der Messmaschine ins Prüfprotokoll?

Können Erstmuster-Merkmale in andere CAQ-Module übernommen werden?

Können CAD-Daten eingelesen werden ohne Drittanbieterlösungen?

Werden Zeichnungsänderungen beim Einlesen der CAD-Daten erkannt?

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