Auswertung und Reporting
Um was geht es?
Beim Einsatz eines CAQ-Systems kommen je nach Umfang der eingesetzten Module viele wertvolle Informationen zusammen. Natürlich sollten Sie die diese Informationen auch in „Echtzeit“ verwenden um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sicherzustellen. Dennoch kann es wichtig sein auch Auswertungen über längere Zeiträume zu machen um weitere Verbesserungspotenziale zu ermitteln.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass jedes CAQ-Modul, dass für das sammeln von Daten verwendet wird auch Tools bereitstellen, mit deren Hilfe Sie die gesammelten Daten unter verschiedenste Kriterien analysieren und auswerten kann. Doch auch hier gehen die CAQ-Anbieter verschiedene Wege.
Gerade in der statistischen Auswertung etwa bei der SPC-Analyse treffen Sie am Markt auf verschiedenste Lösungen. Einige Anbieter überlassen diese Statistik schlicht weg Drittanbietern wie z.B. Q-Das mit ihrem Software Tool QS-Stat, andere geben Sich Mühe und implementieren die statistische Auswertung in ihrer eigenen Softwarelösung. Dabei ist wichtig zu wissen, dass manche Auswertungen quasi in Echtzeit erfolgen sollten, etwa bei der Ermittlung von Verteilungsmodellen und Berechnung von Eingriffsgrenzen. Wenn Sie zur Lösung dieser Aufgaben externe Tools einsetzen sollten Sie unbedingt prüfen in wie weit dieser Weg für Sie praktikabel ist. Oftmals werden die Statistischen Auswertungen an mehreren Arbeitsplätzen gemacht was zur Folge hat, dass auch die externen Tools für diese Mitarbeiter erreichbar sein müssen. Neben den weiteren anfallenden Lizenzgebühren für diese Tools sollten Sie dabei auch an den weiteren Schulungsaufwand für diese Tools denken.
Sprechen Sie die Anbieter in solchen Fällen unbedingt auf die praktische Umsetzung dieser Lösung an, und lassen Sie sich am Besten zeigen wie der Datenaustausch dabei funktioniert. Sie sollten dabei darauf verzichten die Daten manuell von einem System in das andere übertragen zu müssen.
Natürlich möchten Sie Ihre gesammelten Daten zur Überprüfung auch in regelmäßigen Zeitabständen unter Berücksichtigung verschiedenster Parameter, etwa im Reklamationsmanagement auswerten. Dafür halten die CAQ-Anbieter in aller Regel ein Auswertungsportfolio mit den gängigsten bzw. aus Sicht der Anbieter vernünftigsten Auswertungen vor.
Sie sollten den CAQ-Anbieten unbedingt Ihre Wünsche oder Ihre bisherigen Auswertungen vorlegen, damit diese Ihnen bei einer Präsentation eine entsprechende Auswertung zeigen können. Oftmals wird der Punkt der Auswertung in den Präsentationen vernachlässigt. Achten Sie deshalb unbedingt auf die Möglichkeiten die Ihnen das System bietet. Sie wissen am Besten welche Auswerte-Informationen Sie benötigen und sollten diese auch einfordern.
Es kommt vor, dass Ihnen manche Anbieter zu Abrundung Ihrer Auswertemöglichkeiten die Daten aus dem CAQ-System in der Präsentation nach Excel exportieren und Ihnen dann, vor allem in der aktuellen MS-Excel Version, eindrucksvolle Möglichkeiten der Darstellung verschiedenster Diagramme offerieren.
Seien Sie sich dabei aber immer bewusst, dass das keine Lösung des CAQ-Anbieters ist und Sie auch die entsprechende Excel-Version dafür benötigen. Lassen Sie sich von solchen Lösungen bei einer Präsentation nicht blenden und achten Sie genau darauf in welcher Softwareumgebung Ihnen gerade etwas präsentiert wird.
Sicherlich eröffnet der Weg einer Auswertung und die Darstellung eindrucksvoller Graphiken wie etwa 3D-Balkendiagramme oder Tortendiagramme in den verschiedensten Farben und Ausprägungen über MS-Excel vielfältige individuelle Lösungsmöglichkeiten, aber seien Sie sich bewusst dass diese Lösung keine Lösung der CAQ-Anbieter ist und auch entsprechende Lizenzen der MS-Office Lösung voraussetzt. Das heißt im Klartext: Haben Sie kein MS-Excel, stehen Ihnen diese Wege der Auswertungen auch nicht zur Verfügung.
Neben den Auswertungen von Daten aus vergangenen Zeiträumen möchten Sie vielleicht auch für aktuell laufende Fertigungsaufträge nähere Informationen zur Analyse Ihrer Prüfungen darstellen. Etwa mehrere Merkmale einer Prüfung miteinander vergleichen. Dafür gibt es bei manchen CAQ-Anbietern die Möglichkeit der so genannten Mehrfachregelkarte.
Dabei können Sie mehrere Rekelkarten für Merkmale wie z.B. Länge, Breite etc. auf einem Bildschirm darstellen und deren Verläufe miteinander Vergleichen um etwa Abhängigkeiten zu erkennen. Auch interessant ist z.B. die Möglichkeit mehrere Regelkarten eines Merkmals aus verschiedenen Zeiträumen zu betrachten um zu sehen wie sich das Merkmal im Vergleich zu vorangegangenen Fertigungsaufträgen oder z.B. in verschiedenen Schichten darstellt.
Wenn Ihnen diese Funktion wichtig ist, sollten Sie sich diese unbedingt zeigen lassen. Achten Sie dabei darauf, dass die einzelnen Regelkarten auf einem Bildschirm dargestellt werden können um den größten Nutzen daraus zu ziehen.
Die Darstellung der Auswertungen in entsprechende Graphiken wird von den CAQ-Anbietern unterschiedlich gehandhabt. welche Graphiken Sie benötigen sollten Sie unbedingt definieren und die Anbieter daraufhin ansprechen und sich diese auch zeigen lassen. Dabei können z.B. Histogramme, Wahrscheinlichkeitsnetze, verschiedene Regelkarten, Boxplot etc. gefordert sein. Sprechen Sie diesen Punkt unbedingt an, und lassen Sie sich die Möglichkeiten zeigen.
Bei den meisten Auswertungen erhalten Sie eine Summengraphik verschiedener Informationen. Hinter diesen Informationen stehen aber weitere, tiefergehende Informationen bis hin zur Einzelinformation. Denken Sie dabei z.B. an ein Balkendiagramm, dass Ihnen die Anzahl der Reklamationen im Bezug auf einen Artikel zeigt. Nun wäre z.B. natürlich auch die Information wertvoll, welche Fehler sich hinter den Reklamationen verbergen. Bei manchen CAQ-Systemen gibt es dafür eine so genannte „Drill-Down“ Funktion. Dabei können sie durch einen Mausklick auf einen Auswertebalken tiefer liegende Informationen darstellen und sich zu bis hin zur Einzelinformation klicken. Leider ist diese Funktion, so selbstverständlich diese auch erscheint, nicht immer vorhanden. Achten Sie deshalb darauf dass Sie diese Möglichkeit zur Verfügung haben und nicht etwa immer eine neue Selektion der Daten machen müssen um sich in der Auswertung tiefer zu bewegen.
Auswertungen die in regelmäßigen Zeitabständen zu machen sind sollten Sie auch abspeichern können. Dabei werde nicht die Auswerteinformationen gespeichert, sondern die Parameter die zur entsprechenden Auswertung führen. Das erleichtert den wiederkehrenden Auswerteprozess. Die Daten werden dann auf Grundlage der abgespeicherten Auswerteparameter wie etwa den Zeitraum, den Kunden oder dem Artikel aus den Echtzeitdaten aufbereitet. Achten Sie bei der Möglichkeit des Abspeicherns von verschiedenen Auswertungen darauf, dass diese pro Benutzer aber auch systemweit abgespeichert werden können. Bei der Speicherung pro Benutzer sollten Sie darauf achten, dass die Auswertevorlagen in der Datenbank des Systems abgelegt werden. Nur so ist sichergestellt, dass Ihnen die abgespeicherten Auswertungen auch an anderen Arbeitsplätzen, an denen Sie sich im CAQ-System anmelden auch zur Verfügung stehen, und nicht nur an dem Arbeitsplatz wo Sie diese gespeichert haben.
Gerade der Bereich der Auswertungen wird in vielen Präsentationen vernachlässigt. Sie sollten sich deshalb unbedingt Gedanken machen welche Auswertungen Sie im Bezug auf welche Module benötigen und diese wenn möglich durch entsprechende Musterauswertungen den Anbietern vorlegen. Nehmen Sie sich dann in der Präsentation genügend Zeit sich wirklich nur dem Thema Auswertungen zu widmen.
Darauf sollten Sie achten:
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